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BrainStim

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BrainStim ist ein von Iris-Katharina Penner et al. (2006) an der Hochschule für Technik Rapperswil[1] entwickeltes und evaluiertes computergestütztes kognitives Trainingsprogramm[2] zur Verbesserung der visuell-räumlichen und verbalen Funktionalität des Arbeitsgedächtnisses. Es wurde in seiner Wirksamkeit an gesunden älteren Personen (Penner[3] et al., 2006) und Patienten mit Multipler Sklerose (MS) evaluiert (Vogt et al., 2008[4], 2009[5]).

Das Computerprogramm umfasst drei Module - 1. Stadtplan, 2. Paare suchen und 3. Nummern merken - welche unterschiedliche Bereiche des Arbeitsgedächtnisses auf spielerische und dennoch alltagsnahe Weise trainieren.

Hintergrund Bearbeiten

Patienten mit unterschiedlichen neuropsychiatrischen Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, Schizophrenie, Multiple Sklerose) leiden unter kognitiven Defiziten, die sich v.a. in Form von Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, der Gedächtnisfunktionen und des Arbeitsgedächtnisses widerspiegeln. Einbussen in diesen Fähigkeiten wirken sich nicht nur negativ auf das Arbeitsleben, sondern auch auf das soziale Umfeld der Betroffenen aus. BrainStim stellt hierbei eine viel versprechende gezielte Interventionsmassnahme zur Verbesserung kognitiver Leistungsfähigkeit von Patienten mit Störungen des Arbeitsgedächtnisses dar (Vogt et al., 2008[4], 2009[5]).

Aufbau Bearbeiten

Das Computerprogramm ist in drei Module unterteilt – 1. Stadtplan, 2. Paare suchen und 3. Nummern merken –, die vom jeweiligen Benutzer separat trainiert werden können.

  1. Stadtplan-Modul
    Das Modul „Stadtplan“ besteht aus zwei Teilen – einer visuell-räumlichen und einer verbalen Variante. Im ersten Teil wird dem Anwender eine Wegbeschreibung auf einer Stadtkarte gezeigt, welche sich der Benutzer einprägen soll. Anschlieβend muss der Anwender genau denselben Weg auf einem unbeschriebenen Stadtplan nachzeichnen. In einem zweiten und schwierigeren Teil wird der zu findende Pfad anhand einer schriftlichen Wegbeschreibung präsentiert. Durch die Notwendigkeit des Abrufens des richtigen Weges aus dem Gedächtnis, soll diese Trainingseinheit der Übung der räumlichen Orientierung und der visuell-räumlichen Merkfähigkeit dienen.
  2. Paare suchen - Modul
    Bei dem Modul "Paare suchen" handelt es sich um eine dem Kinderspiel Memory nachempfundene Trainingseinheit, in welcher die Anwender identische Kartenpaare finden müssen, indem sie immer nur zwei Karten auf einmal aufdecken dürfen. Diese Übung soll die visuell-objektbezogene Merkfähigkeit und die Fähigkeit, eingehende Informationen mit bestehenden Informationen abzugleichen und dadurch zu aktualisieren, verbessern.
  3. Nummern merken - Modul
    Im dritten Modul " Nummern merken " muss der Anwender Zahlen wiedergeben, welche er zuvor gehört hat. Zwischen der gehörten Zahlenreihe und dem Wiedergeben durch den Anwender wird eine Interferenzaufgabe, in Form einer einfachen Rechenaufgabe geschaltet. Diese Trainingseinheit soll die Merkfähigkeit und die Resistenz gegen Interferenz trainieren.

Das Trainingsprogramm ist adaptiv und passt sich an die individuellen Anwendervoraussetzungen an, so dass kontinuierlich auf einem optimalen Niveau trainiert wird. Die Anwendung aller drei Module unterliegt keiner festgelegten Zeitspanne, wobei 15 Minuten pro Modul als ausreichend angesehen werden kann, da eine Abnahme der Aufmerksamkeit bei längerer Bearbeitung zu erwarten ist.

Literatur Bearbeiten

  • Vogt, A., Kappos, L., Stöcklin, M., Gschwind, L., Opwis, K., & Penner, I.K.. BrainStim – Wirksamkeit eines neu entwickelten kognitiven Trainingsprogramms bei MS. Neurologie und Rehabilitation, 14 (2), 93-101, 2008.[1]
  • Penner, I.K., Vogt, A., Kobel, M., Stöcklin, M., Opwis, K., Kappos, L., & Calabrese, P.. BrainStim – Wirksamkeit eines neu entwickelten kognitiven Trainingsprogramms als therapeutische Intervention. Aktuelle Neurologie, 35, 74, 2008.[2]
  • Penner, I.K., Kobel, M., Opwis, K., & Calabrese, P.. BrainStim: cognitive stimulation as preventative method in cognitive aging. Journal of Neurology, 255, 121, 2008.
  • Penner, I. K., Kobel, M., Stöcklin, M., Opwis, K., & Calabrese, P.. BrainStim – Hirnstimulation als Präventions- und Therapiemassnahme? Neurogeriatrie, 3, 109-115, 2007.[3]
  • Penner, I.K., Kobel, M., Opwis, K., & Calabrese, P.. BrainStim: Spezifische Hirnstimulation als Prävention. Der Nervenarzt, 2, 144, 2007.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://wiki.hsr.ch/LotharMueller/wiki.cgi?BrainStim
  2. http://www.hippocampus.de/abstract-6.25832.html
  3. Penner, I.K., Kobel, M., & Opwis, K.. BrainStim – A recently developed tool to train different aspects of working memory. Proceedings of the INS/GNP Conference in Zürich, 17-18, 2006.
  4. 4,0 4,1 Vogt, A., Kappos, L., Stöcklin, M., Gschwind, L., Opwis, K., & Penner, I.K.. BrainStim – Wirksamkeit eines neu entwickelten kognitiven Trainingsprogramms bei MS. Neurologie und Rehabilitation, 14 (2), 93-101, 2008.
  5. 5,0 5,1 Vogt, A., Kappos, L., Calabrese, P., Stöcklin, M., Gschwind, L., Opwis, K., Penner, I.K.. Working memory training in patients with multiple sclerosis - comparison of two different training schedules. 2009
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