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Aqualung
Aqualung music player drop icon
Aqualung screenshot main-playlist metal
Hauptfenster mit Wiedergabelisten-Ansicht im „metal“-Gewand
Basisdaten
Aktuelle Version 0.9beta11
(31. Januar 2010)
Aktuelle Vorabversion R-1155
(1. März 2011)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache C
Kategorie Audioplayer
Lizenz GNU GPL
Deutschsprachig ja
aqualung.factorial.hu

Aqualung (englisch für „Tauchgerät“) ist eine plattformübergreifend verfügbare freie Software zur Audio-Wiedergabe.

Ziel ist eine leistungsstarke und dabei ressourcenschonende Software, die sich auf die Audio-Verarbeitung konzentriert.

Merkmale Bearbeiten

Die minimalistische, intuitive graphische Benutzeroberfläche ist in mehrere Sprachen übersetzt und kann mit sogenannten „Skins“ unterschiedlich eingekleidet werden. Sie kann in ein Symbol im Benachrichtigungsfeld minimiert und die Wiedergabe dann über ein Kontextmenü gesteuert werden. Eine wahlweise separate Wiedergabelisten-Ansicht sowie jeweils separate Fenster für die Verwaltung von Effektmodulen und eine datenbankgestützte Sammlungsverwaltung sind zuschaltbar. Wiedergabelisten können durchsucht werden und mit einem Karteireiter-Oberflächensystem können mehrere Wiedergabelisten geöffnet sein. Die wichtigsten Wiedergabe-Kommandos können auch über die Kommandozeile oder mittels der Zusatzsoftware ReMoot auch per (Infrarot-)Fernbedienung übergeben werden.[1]

Er kann Audio-CDs auslesen sowie Audio-Streams wiedergeben und Podcast-Abonnements verwalten. Es beherrscht die Wiedergabe einer großen Zahl von Audio-Datenformaten mit umfassender Unterstützung für gebräuchliche Formate und Unterstützung von Nischenformaten wie Musepack, WavPack oder Rastersequenzer-Modulen. Aqualung kann auch MP3-, Vorbis-, RIFF-WAVE- und FLAC-Dateien schreiben und so zum Beispiel als Formatkonverter und Audio-CD-Ripper dienen. Er unterstützt alle gebräuchlichen Metadatenformate (APEv2, ID3, Vorbis comment) auch schreibend und kann Metadaten automatisiert aus (Online-)Datenbanken (CDDB, freedb und kompatiblen) beziehen und ausfüllen. Aqualung unterstützt auch besonders unter Audiophilen geschätzte fortschrittliche Merkmale wie unterbrechungsfreie Wiedergabe und Replay-Gain-Unterstützung[2]. Zur Nachverarbeitung des Tonsignals können LADSPA-Effektmodule in den Signalgang geschaltet werden. [3]

Verfügbarkeit Bearbeiten

Aqualung ist als freie Software auch im Quelltext unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL) freigegeben. Sie läuft unter Linux, FreeBSD, OpenBSD, und Windows; eine native Mac-OS-X-Version ist in Vorbereitung.[4] Bei einigen populären Linux-Distributionen ist sie direkt aus den vorgegebenen Paketquellen installierbar;[5][6] bei den Distributionen lubuntu und Puppy Linux ist Aqualung die vorinstallierte Standard-Software für Audio-Wiedergabe.[7][8]

Technik Bearbeiten

Aqualung wird in der Programmiersprache C entwickelt und hat eine GTK+-basierte graphische Benutzeroberfläche. Die Konfiguration wird in XML-Dateien gespeichert.

Zum Lesen einer Vielzahl von PCM-Formaten nutzt es die Programmbibliothek „libsndfile“ von Erik de Castro Lopo, verschiedene Spielarten von MPEG Audio (MP3, MP2, …) werden mittels des hochwertigen MPEG Audio Decoder (MAD) dekodiert, durch die Verwendung von Dekodierern aus dem FFmpeg-Projekt mittels libavcodec (LAVC) werden zahlreiche weitere Formate wie AAC, AC3 und WMA unterstützt, die Einbindung von libmodplug ermöglicht die Wiedergabe einer Reihe von Rastersequenzermodul-Formaten. Auf Audio-CDs wird mittels der GNU Compact Disc Input and Control library (libcdio) zugegriffen.

Konvertierungen der Abtastfrequenz erledigt die Bibliothek libsamplerate („Secret Rabbit Code“) von Erik de Castro Lopo. Die Effektmodul-Schnittstelle unterstützt Version 1.1 der LADSPA-Spezifikation. Zur Tonausgabe werden OSS, ALSA, JACK und PulseAudio[9][10] unterstützt. Zum Abholen von Metadaten wird die Bibliothek libcddb eingebunden, zum Lesen und Bearbeiten der verschiedenen Metadatenformate ist die Bibliothek TagLib wegen Qualitätsproblemen eigenen Implementierungen gewichen.

Geschichte Bearbeiten

Die erste Veröffentlichung wurde von Tom Szilagyi am 3. September 2004 (Aqualung 0.9beta1) herausgegeben.[11] Seither haben unter Leitung der Hauptautoren Tom und Peter Szilagyi und Tomasz Maka zahlreiche weitere Personen (Code) zum Projekt beigetragen.[12]

Seit der Version 0.9beta7 vom 4. Februar 2007 werden auch Windows-Systeme unterstützt. Angesichts des frühen Entwicklungsstandes des eigenen LXMusic empfahl der Leiter des LXDE-Projekts stattdessen Aqualung zur Verwendung mit dieser Linux-Arbeitsumgebung, das bei gleichen Entwurfszielen schon weit gereift ist.[9] So wurde Aqualung als Standard-Software in lubuntu, der LXDE-Variante der populären Linux-Distribution Ubuntu, aufgenommen.[7] Seit der am 18. September 2009 veröffentlichten Version 4.3 ist es auch ein Standard-Bestandteil von Puppy Linux.[13][8]

Weblinks Bearbeiten

Quellen Bearbeiten

  1. Federico Kereki: Control multimedia applications with ReMoot. In: Linux.com. Linux Foundation, 9. Oktober 2007, abgerufen am 7. März 2011 (Englisch)
  2. Bobulous: Replay Gain in Linux – Replay Gain audio players in Linux – Aqualung. In: Bobulous Central. Abgerufen am 7. März 2011 (Englisch)
  3. Robin Catling: Aqualung Media Player Review. In: The Catling Mindswipe. 25. April 2010, abgerufen am 7. März 2011 (Englisch)
  4. http://aqualung.factorial.hu/macosx/
  5. http://packages.ubuntu.com/search?aqualung
  6. http://software.opensuse.org/search?q=aqualung
  7. 7,0 7,1 Pressemitteilungen des lubuntu-Projektes
  8. 8,0 8,1 Barry Kauler: Aqualung audio player. In: Barry's blog. 10. Juli 2009, abgerufen am 8. März 2011 (Englisch)
  9. 9,0 9,1 Hong Jen Yee („PCMan“): Alternative Music Player for LXDE – Aqualung. In: LXDE Blog. 19. August 2009, abgerufen am 7. März 2011 (Englisch)
  10. Änderungen zu Version 0.9beta11
  11. Tom Szilagyi: Aqualung, a new music player for GNU/Linux. In: Linux-audio-announce. Linuxaudio.org, 3. September 2004, abgerufen am 7. März 2011 (Englisch)
  12. Änderungsprotokoll
  13. Falko Benthin: Puppy Linux 4.3 veröffentlicht. In: Pro-Linux. Baader&Lindner GbR, 18. September 2009, abgerufen am 8. März 2011
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